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Die Region

Beschreibung

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Der Neusiedler See (ungar. Fertő tó, fertő bedeutet wörtlich „Sumpf“) ist wie der Plattensee einer der wenigen Steppenseen in Europa und der größte abflusslose See in Mitteleuropa. Er liegt weit überwiegend auf österreichischem und flächenmäßig geringfügig auf ungarischem Staatsgebiet. Sein österreichischer Anteil macht ihn zum flächenmäßig größten österreichischen See (die ganz auf österreichischem Gebiet liegenden Seen sind kleiner, und Österreichs Anteil am insgesamt größeren Bodensee ist sehr gering).

Der See zeichnet sich durch seinen Schilfgürtel, seine geringe Tiefe und sein mildes, aber windiges Klima aus. Seine einzigartige Fauna und Flora wird durch die Errichtung der beiden Nationalparks Neusiedler See-Seewinkel und Fertő-Hanság sowie durch die Ernennung zum UNESCO-Welterbe mit der Bezeichnung Kulturlandschaft Fertő/Neusiedler See geschützt. Der österreichische Teil des Sees ist zum größeren Teil Eigentum der Familie Esterházy; kleinere Teile gehören den Anrainergemeinden.

Geografie

Der Neusiedlersee ist ein echter Steppensee, der westlichste einer Serie, die sich über ganz Eurasien bis China zieht (Eurasische Steppe). Dabei schließt er direkt an die östlichsten Ausläufer der Alpen an und liegt somit in der subalpinen Übergangszone zur pannonischen Tiefebene, dem Alpenvorland im Osten.

Schilfgürtel

Der den See fast vollständig umgebende Schilfgürtel bildet den Lebensraum der einzigartigen Tierwelt der Region und ist nach dem Donaudelta das größte zusammenhängende Schilfgebiet in Europa. Durch die vorherrschende nordwestliche Luftströmung wächst am Ostufer deutlich weniger Schilf als am Westufer. Bei Donnerskirchen ist der Schilfgürtel bis zu fünf Kilometer breit, Podersdorf liegt am einzigen schilffreien Strandabschnitt von zwei Kilometern Länge. Die Passagen durch den Schilfgürtel bezeichnet man als Schluichten. Teilweise wächst der Schilfgürtel Richtung Seemitte und umschließt damit wiederum Bereiche wie den Silbersee im Süden.

Schilf war bis Mitte des 19. Jahrhunderts am Seeufer nur stellenweise und vornehmlich im Waasen anzutreffen. Der Schilfgürtel ist ab 1909 (Eröffnung Einserkanal) bis 1965 (Beginn der Seeregulierung) stark angewachsen und bedeckt heute eine Fläche allein in Österreich von annähernd 100 km². Ursachen der Verschilfung sind der Eintrag von Dünger aus der Landwirtschaft und der Einser-Kanal, der eine Verringerung des Salzgehaltes des Wassers bewirkte. Das konkurrenzstarke Schilf konnte sich rund um den See verbreiten und bewächst fast alle Seebereiche mit geringem Wasserstand.

Knapp die Hälfte des Schilfgürtels liegt in der streng geschützten Naturzone des Nationalparks, vom Rest werden 10 bis 15 Prozent des Schilfgürtels von Landwirten und einigen professionellen Schilfschneidern im Winter maschinell geerntet und teilweise auch weiterverarbeitet. Dazu wäre das einjährige Schilf am besten geeignet, der Nationalpark erfordert aber eine mehrjährige Rotationsbewirtschaftung der Schilfflächen. Das führte in der Vergangenheit immer wieder dazu, dass alte Schilfbestände gesetzeswidrig in Brand gesteckt wurden, um Flächen für junges Schilf zu erhalten. Die burgenländische Landesregierung errichtete 2006 in Neusiedl am See ein Biomasseheizkraftwerk, welches das alte Schilf verwertet, um damit der drohenden Verschilfung des Sees entgegenzuwirken.[3] Und seit 2013 werden die Schilfflächen von WWF und BirdLife so verwaltet, dass möglichst wenig dauerhafte Schäden durch den Schilfschnitt entstehen.

Ein schon altes Produkt des Sees ist das Schilf als Baumaterial, obgleich sich auch die Anwendung erweitert hat. Es wird heutzutage, genauso wie früher, für Stuckatur und für die Dachdeckung verwendet, da es Kieselsäure eingelagert hat und dadurch besonders widerstandsfähig ist. Außerdem wird es heute als Wärmedämmung und Sichtschutz verarbeitet. Es ist beliebt und wird in größerem Stil exportiert.

Bei den sogenannten Inseln des Neusiedler Sees, auch Schoppen (Singular: der Schoppen) genannt, handelt es sich meist um keine echten Inseln, sondern um von offenem Wasser umgebene Schilfbestände. Hierzu gehören:

  • Bauminsel oder Podersdorfer Schoppen (Nahe dem Ostufer zwischen Podersdorf und Weiden)
  • Oggauer Schoppen (Südteil der Oggauer Bucht, nur durch engen Kanal vom Strandschilf getrennt)
  • Fünf Schoppen (südlich vor der Ruster Bucht, Gruppe mit zwei bis fünf Schilfinseln)
  • Möwenschoppen (südlich der Fünf Schoppen)
  • Schotterinsel (Schotter nur bei Niedrigwasser, sonst Schilfinsel, auf halben Weg zwischen Ruster Bucht und Ostufer)
  • Vogelinsel (am Ostufer südlich von Podersdorf)

Umland

Der See liegt in der Kleinen Ungarischen Tiefebene, die den westlichen Ausläufer der Ungarischen Tiefebene darstellt. Er wird im Nordwesten von den letzten Ausläufern der Alpen, dem Leithagebirge, im Süden vom Ödenburger Gebirge und im Norden von der Parndorfer Platte begrenzt. Weiters liegt der Seewinkel im Osten, das Ruster Hügelland im Südwesten und der Waasen, ungarisch auch Hanság genannt, im Süden und Südosten.

Bade- und Hafenanlagen haben im Bezirk Neusiedl am See die Orte Illmitz, Podersdorf, Weiden, Neusiedl am See, Jois und im Bezirk Eisenstadt-Umgebung Breitenbrunn am Neusiedler See, Purbach am Neusiedler See, Oggau, Mörbisch und die Freistadt Rust in Österreich sowie Fertőrákos in Ungarn.

Weitere Orte im Umland sind Apetlon, Gols, Winden am See, Donnerskirchen, Oslip, Fertőboz, Fertőd, Balf (Wolfs), Fertőhomok, Hegykő, Sarród und Fertőújlak (Mekszikópuszta).